Wehrleiter: Politik muss Anreize für die Mitarbeit schaffen
Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Groitzsch / Im
vorigen Jahr zu 67 Einsätzen alarmiert
Groitzsch. Das Gartenlokal "Zur Erholung" war am Freitag fest in der
Hand der Groitzscher Feuerwehrkameraden. Für die Stadtwehr stand die
turnusmäßige Jahreshauptversammlung auf dem Programm. Gleich zu Beginn
ließ Wehrleiter Mario Zetzsche das vergangene Jahr in seinem umfangreichen
Rechenschaftsbericht noch einmal Revue passieren. Dabei sprach er von
einem erneut einsatz- und ereignisreichen Unterfangen. Insgesamt 67-mal
wurde die Hilfe der Groitzscher Floriansjünger im Einsatzfall benötigt.
Vor allem Unwetterschäden und Brände bildeten den Schwerpunkt.
"Es war nicht immer einfach, die anstehenden Aufgaben zu meistern und
dabei Hilfsfristen und Einsatzstärken einzuhalten", resümierte Zetzsche.
Weil immer weniger Menschen bereit seien, freiwillig und unentgeltlich für
andere einzustehen, sei die Politik verstärkt gefragt, weitere Anreize für
die Mitarbeit in den Wehren zu schaffen.
Bürgermeister Maik Kunze (CDU) verwies hier auf die Vorreiterrolle der
Stadt Groitzsch. Mehrere Kameraden seien bereits bei der Kommune
beschäftigt, und wo es möglich ist, sollen ausgeschriebene Stellen mit der
Bereitschaft zum Feuerwehrdienst verknüpft werden, damit die Stadt der
wachsenden Einsatzsituation besonders an Wochentagen gerecht wird. Auch
dankte Kunze den Angehörigen für ihr Engagement und sicherte ihnen
weiterhin die volle Unterstützung der Verwaltung zu.
Die Mitgliederzahlen der Groitzscher Schwerpunktfeuerwehr teilen sich in
18 Jugendliche, 14 Kameraden der Altersabteilung und 39 Einsatzkräfte auf.
Besonders die Jugendwehr erlebt derzeit einen regen Zulauf, der die
Kameraden besonders stolz macht. Zufrieden äußerte sich Zetzsche zudem
über den Zustand der Ausrüstungsmittel und Fahrzeuge, die von seinen
Leuten ständig fachkundig gewartet würden. Viel Zeit wurde 2011 wieder in
die Aus- und Weiterbildung der operativen Kräfte investiert. Obwohl die
Wehr nur die Hälfte der Lehrgänge auf Landesebene bewilligt bekam,
absolvierten die Floriansjünger dort 21 Schulungen - und 26 auf
Kreisebene. Mit Blick auf die anwesenden Wehrleiter der Ortsteilwehren
wurde zudem eine Intensivierung der gemeinsamen Ausbildung gefordert. Auch
regten die Groitzscher mit der Pegauer Abordnung eine gemeinsame Übung an,
da man zukünftig immer mehr auf die Hilfe aus den Nachbarorten angewiesen
ist.
Vor dem gemütlichen Teil des Abends mit leckerem Essen standen noch
Ehrungen und Beförderungen auf dem Plan. Wehrleiter Zetzsche erhielt vom
Vorsitzenden David Zühlke die Verdienstmedaille des
Kreisfeuerwehrverbandes überreicht. Stadtwehrleiter Hans-Joachim Siebert
wurde zum Brandinspektor befördert.
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