Groitzsch. Viele dunkelblaue Uniformen prägten das Bild zur
Jahreshauptversammlung der Groitzscher Stadtwehr in der Gaststätte „Zur
Erholung“. Hier zogen die Kameraden Bilanz über die zurückliegenden
Monate.
Insgesamt 66-mal wurde 2008 die Hilfe der Feuerwehr benötigt. Neben 33
Brandeinsätzen, 15 technischen Hilfeleistungen und 16 Anforderungen der
Drehleiter in die Nachbarorte absolvierten die Brandschützer auch zwei
Übungseinsätze, verkündete Wehrleiter Mario Zetzsche in seinem
Rechenschaftsbericht. Lobend erwähnte er die Arbeit der Jugendabteilung
und der Alterskameraden, die sich besonders um die Historie der Wehr
kümmern.
Dagegen gaben die mangelnden Lehrgangsangebote an der
Landesfeuerwehrschule Nardt Anlass zur Kritik. Seit Jahren bekommen die
Groitzscher nur einen Bruchteil der benötigten Schulungen zugesprochen.
Ebenso wurden die langen Wartezeiten bei der Überprüfung der
Atemschutztechnik angemahnt. Allerdings trage dabei nicht das
Feuerwehrtechnische Zentrum, sondern die ausführende Firma die
Verantwortung, erklärte der Wehrleiter. Hier versprach Rainer Walther
vom Kreisfeuerwehrverband, sich dieser Probleme anzunehmen und
weiterzuleiten.
Ein positiver Trend zeichnete sich bei den Mitgliederzahlen ab. Bei 15
Alterskameraden und zehn Mitgliedern der Jugendwehr konnte die
Einsatzabteilung entgegen dem allgemeinen Trend mit fünf Kameraden auf
36 Kräfte verstärkt werden. Das sei erfreulich, aber noch nicht
zufrieden stellend, bemerkte Zetzsche, denn nur die wenigsten arbeiten
in der Schusterstadt und sind somit wochentags verfügbar. Deshalb
engagiert sich seit Jahren die Stadtverwaltung, indem sie derzeit acht
Kameraden in Festanstellung, Ausbildung und über das
Kommunal-Kombi-Programm beschäftigt. „Perspektivisch soll diese Zahl auf
elf Kameraden ausgebaut werden“, sagte Bürgermeister Mike Kunze. Zudem
sind in diesem Jahr 240 000 Euro für alle sieben Ortswehren eingeplant,
die beispielsweise in Modernisierungsmaßnahmen des Groitzscher
Gerätehauses fließen. Auch ein neuer Einsatzleitwagen ist angedacht, für
den Fördermittel bereits zugesagt sind.
Da die Ortsteilwehren immer mehr in das Einsatzgeschehen der Stadtwehr
integriert werden, stieß der Vorschlag, künftig gemeinsame
Ausbildungsdienste abzuhalten, auf breite Zustimmung. Pegaus
Stadtbrandmeister Dietrich Baldeweg berichtete hier über gute
Erfahrungen seiner Wehr. Zugleich bedankte er sich für die reibungslose
Zusammenarbeit bei den Groitzscher Kameraden. Mit Auszeichnungen und
Beförderungen fand der offizielle Teil seinen Abschluss.